„Bloß kein Sofa“

„Aufgeben gilt nicht, weil es niemandem hilft. Und Verzweifeln ist auch keine Lösung“. Geschäftsführer Ernst Prost mit ehrlichen und motivierenden Zeilen an seine Mitunternehmer/innen

Liebe Mitunternehmer,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich gebe zu: So viel Beklommenheit wie in diesen Tagen habe ich selten verspürt und so oft wie jetzt hat mich die Traurigkeit noch nie gepackt. Ja, und ich gebe zu manchmal auch Rotz und Wasser zu heulen. Zu grausam und zu schlimm sind die Nachrichten und die Bilder aus der ganzen Welt. Im Übrigen nicht nur wegen Corona. Der ganz normale Wahnsinn mit Kriegen und Hungersnöten geht ja auch weiter.... Aber Aufgeben gilt nicht, weil es niemandem hilft. Und Verzweifeln ist auch keine Lösung. Wir müssen der brutalen Wahrheit ins Auge sehen, aber genauso auch erkennen, was zu tun ist, damit die Lage nicht noch schlimmer wird, sondern besser. Politiker-Appelle, Blut- & Tränen-Ansprachen hören wir jeden Tag. Und jetzt füge ich noch den Schweiß dazu. Den Schweiß der harten Arbeit. Und um die geht es jetzt. Wir von Liqui Moly / Meguin können sehr viel tun um wenigstens die wirtschaftliche Situation unserer Kunden und Geschäftspartner ein klein bisschen zu verbessern. Unser Krisenmanagement in Ulm und Saarlouis funktioniert. Wir sparen ein, wo es nur irgendwie einzusparen geht ohne, dass es dabei weh tut und ohne, dass wir uns die Zukunft verbauen. Ihre Ideen sind übrigens auch an dieser Stelle mehr als herzlich willkommen! Wir müssen den Druck aus unserem Kostenkessel raus bringen.

Ganz wichtig ist, dass wir jetzt nicht wie gelähmt bei vollem und gesichertem Gehalt auf unserem Home Office-Sofa sitzen und warten bis die Zeit der Ausgangsbeschränkungen vorbei ist. Weiß der Teufel, wie lange der Spuk noch dauert. Und weiß der Teufel, wann der Tanz von neuem beginnt, wenn nach der Beendigung von Ausgangssperren das Virus erneut zuschlägt. Also bitte jetzt schon unerschütterlich, aber auch optimistisch & zuversichtlich anpacken. Solange unsere Lieferketten nicht reißen, können wir produzieren und unsere Kunden bedienen. Das ist mit das Wichtigste zurzeit, was wir tun können.

Und auf der Absatzseite müssen wir jetzt um jeden Kanister, um jede Dose und um jeden Karton kämpfen. Und zwar weltweit so gut wie es irgendwie noch möglich ist. 

Jetzt ist auch die Zeit um liegengebliebene Arbeiten endlich zu erledigen. Lernen, sich weiterbilden, sich und auch unsere Kunden schulen, trainieren, sich ganz einfach fit machen für die Zeit danach. Jetzt die Verkaufswerkzeuge schärfen, damit wir nach dieser Zwangsruhepause wieder voll – und vor allem erfolgreich – loslegen können. Wir werden zugleich den Laden – sprich unsere Fabriken und unsere Logistik – am Laufen halten. Und wenn wir die Fabrik jede Woche zweimal putzen. Ich möchte niemanden verlieren. Weder an die Kurzarbeit, noch an die Arbeitslosigkeit. Dafür müssen wir aber alle gemeinsam kämpfen. Darum bitte ich sie!

Das alles Entscheidende ist natürlich, dass unsere Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger, Laboranten, Virologen und Politiker die Ursache für dieses Desaster beseitigen. – Dieses teuflische Virus. Dafür bete ich – und für die Menschen, bei denen es jetzt in erster Linie nicht um wirtschaftliche Sorgen geht, sondern um Leben und Tod. Das ist nämlich noch einmal eine ganz andere Qual als die unsere.... 
In diesem Sinne, bleiben Sie bitte gesund.

Beste Grüße / Best regards
  
Ernst Prost