Tertial Ergebnis / 50% Gewinn Einbruch

Für Geschäftsführer Ernst Prost kein Grund zur Sorge: „Das kann man noch locker aufholen“, schreibt er in seinem heutigen Rundschreiben an die Belegschaft

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

nach den ersten vier 2020-Monaten geprägt von Extremdruck, Unsicherheiten, Chaos, Dauerfeuer und Höchstleistungen aufgrund der Corona Krise sehen wir zweierlei: Erstens, wir haben uns wacker geschlagen. Der Umsatz im April ging zwar um 25 % zurück, kumuliert liegen wir nach vier Monaten jedoch immer noch im Plus mit 11% gegenüber dem Vorjahr. Wacker gekämpft haben wir im gesamten Unternehmen – aber auch gigantisch investiert in alle möglichen Werbeleistungen auf allen möglichen Kanälen. Gut 10 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant haben wir an Werbegeldern ausgegeben, um die Krise zu bewältigen. Unsere Strategie: „Jetzt muss was passieren, damit nix passiert“ hat funktioniert – zumindest bisher.

Krise... Und deshalb Kurzarbeit? Vielleicht ist es aber auch gerade umgekehrt: Keine Kurzarbeit – deshalb keine Krise! Zumindest bei uns ist es so! Eine Delle wird es geben, aber keinen totalen Absturz. Ein paar Schrammen und Schleifspuren im Ertrag. So what? Investitions-Stop finde ich auch albern – man spart sich nur die Zukunft kaputt. Und wenn das jede Firma so macht, ist es doch logisch, dass die ganze Wirtschaft vor die Hunde geht. WIR sind nach wie vor mit hoher Geschwindigkeit unterwegs und auch in der richtigen Richtung... Vieles hatten wir geplant und noch mehr kommt jetzt ganz anders. Wie so oft im Leben.

Der Mensch denkt und Gott lenkt. Aber wir sind flexibel, anpassungsfähig und Tag & Nacht am Steuer und an den Rudern – mit Gottvertrauen & Selbstvertrauen.

Einige Sondereinflüsse, die auf unseren Ertrag sowohl positiv als auch negativ einwirken, hatten wir auch: Alle unsere Partnerlieferanten haben großartig mitgezogen, keine einzige Lieferkette ist gerissen. Danke dafür! Ich habe auf mein komplettes Gehalt verzichtet und andererseits haben wir 1,5 Millionen Euro Erschwerniszulage an die Mannschaft ausgeschüttet und Produkte im Wert von 3 Millionen Euro an Rettungsdienste, Feuerwehren und ähnliche Organisationen gespendet. Lange Rede, kurzer Sinn: Unser Ertrag ist – wen wundert es – eingebrochen, aber in einem durchaus noch beherrschbaren Umfang und für uns zu verkraften. Hätte schlimmer kommen können. Wir schreiben keine Verluste, sondern nach wie vor schwarze Zahlen und so könnte man auch fragen, ob das Glas halb voll oder halb leer ist. 50% weniger Ertrag gegenüber Vorjahr im 1. Tertial.... Das kann man noch locker aufholen – in den nächsten zwei Tertialen. Also ich persönlich traue uns das auch noch zu.... Wenn jemand so was schafft, dann WIR. Auch wenn es nur noch die Hälfte des Ertrages vom Vorjahr ist, so können wir doch stolz darauf sein. Alles selbst erarbeitet – keine Zuschüsse, keine Staatshilfen, keine Kurzarbeit, kein Sparen bis Blut spritzt.... Ich sag’s mit dem griechischen Philosophen Hesiod: „Noch schlimmer als Verluste sind schandhafte Gewinne“..... Unser Ertrag ist ein ehrenwerter Ertrag!

In diesem Sinne grüße ich Sie wie immer herzlichst, dankbar und demütig.

Ihr 

Ernst Prost