„Klassische Getriebeöle erfüllen die höchsten Anforderungen nicht mehr“

Ölexperte Oliver Kuhn von LIQUI MOLY erklärt die Besonderheiten moderner Getriebeöle

Oliver Kuhn, stellvertretender Leiter des Öllabors von LIQUI MOLY

September 2017 – Mit den Getriebeölen TOP TEC MTF 5200 75W-80 und dem TOP TEC MTF 5100 75W kommen gleich zwei neue Spezialschmierstoffe von LIQUI MOLY auf den Markt. Oliver Kuhn, stellvertretender Leiter des Öllabors von LIQUI MOLY, erklärt die Eigenschaften und Einsatzgebiete der beiden neuen Produkte.

 

Was macht die neuen LIQUI MOLY Getriebeöle so besonders bzw. was ist kennzeichnend für sie?

Oliver Kuhn: Ähnlich wie bei den Motorölen, hat sich der Getriebeölbereich von den früher recht einfach gehaltenen und klar getrennten Schalt- und Achsgetriebeölen permanent weiterentwickelt. Früher mussten die erwähnten Schaltgetriebeöle eher mild additiviert werden, um ihr Verhalten gegenüber den Synchronringen dementsprechend zu steuern. Im Gegensatz dazu waren die Achsöle deutlich höher additiviert, da in diesen Aggregaten üblicherweise höhere Drücke herrschen. Diese Trennung ist heute oftmals nicht mehr gegeben, im Getriebe ist gleich alles auf einmal verbaut.

Heute müssen die Produkte gleich mehrere Eigenschaften miteinander verbinden. Die klassischen Öle können oftmals nicht mehr verwendet werden. Neue Materialien machen es notwendig, auf neue Additivverbindungen zu setzen. Hinzu kommt, ganz ähnlich wie im Motorölbereich, der Trend zu immer dünneren Ölen. Waren früher Öle wie SAE 85W-90 oder 80W-90 üblich, ging man zu SAE 75W-90 und ist heute bei 75W oder 75W-80. Man nutzt die niedrigere Viskosität, um Reibungsverluste zu minimieren und dadurch Kraftstoff zu sparen. Und genau das machen auch die beiden neuen Getriebeöle, die sich vor allem in ihren Einsatzbereichen unterscheiden.

 

Welche Einsatzgebiete gibt es für die neuen Getriebeöle?

Oliver Kuhn: Aufgrund der immer differenzierteren Ölanforderungen der Automobilhersteller ergeben sich bei diesen Getriebeölen neue Einsatzgebiete. Reibungscharakteristik, Materialverträglichkeit, Druckaufnahme oder auch Viskosität rücken immer mehr in den Vordergrund. Die neuen Getriebeöle ermöglichen es also, die Anforderungen moderner PKW-Schaltgetriebe abzudecken, wozu klassische Schaltgetriebeöle nicht mehr in der Lage sind.

Wenn man in diesem Bereich den Markt für japanische und amerikanische PKW betrachtet, wird deutlich, dass hier in der Tat noch viele Hersteller auf API GL 4 und API GL 5 setzen und deshalb auch noch ältere Getriebeöle zulassen. Im europäischen OEM-Bereich gibt es hier die größte Differenzierung, außereuropäisch hält sich dieser Trend noch in Grenzen. Ähnlich wie bei den Motorölen ist es auch hier so, dass die Freigaben API und ILSAC wesentlich geringer unterscheiden und im Kontrast dazu in Europa die ACEA sowie die OEM um ein Vielfaches komplexer sind.

Tobias Gerstlauer

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Tobias Gerstlauer
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